26
Sep
2016
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Mein Reiseoutfit

Anlässlich meiner ersten 1000 Kilometer mit dem Moped weihe ich Euch heute in mein Reiseoutfit ein. Und damit könnt ihr sehen, auf welche Art von Schutz ich mit meiner ‚Schutzkleidung‘ Wert lege.

 
Allzeit gute Fahrt mit der richtigen 'Schutzkleidung'!

Allzeit gute Fahrt mit der richtigen ‚Schutzkleidung‘!

Helm

Einen passenden Helm für meinen Bollerkopp zu finden war in Hanoi schon eine kleine Herausforderung. Zuerst musste ich überhaupt erst einmal einen Laden finden, der eine größere Auswahl an Helmen hat und nicht nur die Mickey Mouse Base Caps, die jeder trägt. Nachdem ich dann also Motorradhelm auf Vietnamesisch und in die Google Maps suche eingegeben habe, kam ich nach 3 km Fußmarsch zu einem Viertel, wo sich Helmladen and Helmladen reihte. Also, anprobieren, Preis erfragen, laut lachen und „chúa ơi“ (Oh Gott!) sagen und verhandeln. Dann in den nächsten Laden und wiederholen. Mein Verhandlungsgeschick hat in einem Laden sogar dazu geführt, dass die Verkäuferin mich nicht mehr angeguckt hat; statt dessen zurück auf die Straße ging und mit einem Nachbarn quatschte. Hab dann dieses Teil bei einem älteren Herrn gekauft, der mir einen guten Preis machte. 250.000 Dong, also 10 Euro. Soviel ist mir die Sicherheit meines Kopfes wert. Ist auch nur ein halber Helm – wollte ihn unbedingt im Tron-Look* haben – und mit Visier. Das ist auch ultrawichtig bei dem ganzen Krempel, der einem entgegen kommt.

Gesicht 

Natürlich fahre ich nur mit Sonnenbrille (außer nachts, da dann mit Sehbrille). Dazu kommt mein Schlauchtuch, dass ich immer überziehe. Erstens eignet es sich bestens als Mundschutz vor Käfern und Staub und zweitens ist es – so wie das komplette Outfit – auf Sonnenschutz ausgelegt. Damit mir meine Nase nicht komplett abfackelt, zieh ich es immer schön hoch und seh aus wie ein Bandit. (Fun Fact: Wenn ich durch Dörfer fahre mache ich immer das Visier hoch und zieh das Tuch runter, damit die Kids mich auch erkennen! Haha) 

Oberkörper

Einst eins meiner Lieblingshemden, da es dünn ist und locker sitzt – nun mein Reisehemd. Natürlich lange Arme und bis oben hin zugeknöpft. Leider kann ich es nicht mehr in meiner Freizeit tragen, weil der ‚Staub der Straße‘ (mit theatralisch tiefer Stimme lesen) nicht mehr raus geht. Dreimal schon gewaschen, aber nix mit Blütenweiß. Vielleicht sollte ich das Hemd mal nach meiner Reise zu Procter & Gamble schicken, für den nächsten Härtetest mit Ariel.

Hände

Nach den ersten 150 km habe ich die interessante Erfahrung gemacht, dass man auch auf den Handrücken einen derben Sonnenbrand bekommen kann. Also mussten Handschuhe her. Das gestaltete sich in etwa ebenso kompliziert wie passende Flip Flops zu finden oder eben besagten Helm. Aber in Lang Son, meinem ersten Etappenziel nach Hanoi, wurde ich nach Rumfragen dann doch fündig. Die Dame auf dem Nachtmarkt hatte nur leider lediglich zu kleine Lederhandschuhe für Damen und eben die Wollhandschuhe. Die passten zumindest und waren mit 80 Cent auch recht erschwinglich. Im Hotel habe ich dann die Finger abgeschnitten und hatte meinen Sonnenschutz für die Hände.

Unterkörper

Da gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Drunter trage ich immer ’ne Badehose – für den Fall der Fälle. Und drüber eine kurze Hose mit Seitentaschen. Da kommen dann Schlauchtuch und Handschuhe rein sowie meine Powerbank, damit ich unterwegs das Handy laden kann. Eigentlich hatte das Moped ja auch einen USB-Anschluss angebaut, aber der funktionierte leider nicht. Wird bei meinem Zwischenstopp in Hanoi aber repariert. Ansonsten habe ich noch so eine flache Bauchtasche, die man unter der Hose trägt. Da sind Reisepass, Internationaler Führerschein und Zulassung drin sowie 100.000 Dong (4 Euro), falls ich mal einen Polizisten bestechen muss.

Füße

An den Füßen trage ich, nebst Sneakersocken, meine Amphibienschuhe. Wenn ich mal an einem Fluss oder Bach bin, kann ich so direkt rein gehen, um mich und meine Füße zu erfrischen. Außerdem geben sie mir auf den Fußrasten guten Halt für die oftmals sehr holprige und unwegsame Strecke. Wenn ich nachts unterwegs bin, zum Essen gehen oder in die Bar, trage ich Flip Flops. Ohne Socken, natürlich.


Fazit:

Wie Ihr seht, beschränkt sich meine Schutzkleidung lediglich auf den Schutz vor Sonne. Denn man verbrennt natürlich beim Mopedfahren genauso schnell wie am Strand. Nur merkt man es nicht so leicht.

Dass ich keine normale Schutzkleidung (Leder oder zumindest Jeans) trage, ist natürlich sehr leichtsinnig. Der enormen Verletzungsgefahr bin ich mir natürlich bewusst. Aber eine Lederkombi oder selbst ein Vollhelm ist bei diesen Temperaturen einfach unerträglich heiß und unbequem. Also gehe ich das Risiko ein und hoffe, dass mir nix passiert.

Und so vorsichtig, vorausschauend und ordentlich wie ich fahre, wird auch nichts passieren!

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